Kontrollierter Kaminbrand im Kobelwald

25. Januar 2015 08.00 Uhr

Heute ist ein Teil der Offiziere zur Unterstützung des Kaminfegers aufgeboten worden. Es sei ein Kamin im Kobelwald kontrolliert auszubrennen. Im Kobelwald wurden wir vom Hausbesitzer sowie von Peter Wüst (Kaminfeger und langjähriges Mitglied der Feuerwehr Oberriet) und seinen Gehilfen (Robert der Sohn des Kaminfegers) in Empfang genommen.
Während der Begehung des Gebäudes erklärte Peter Wüst, warum der Einsatz nötig war. Er zeigte die einzelnen Öffnungen im Kamin und informierte über die Situation. Im obersten Stock, kratzte er ein Stück Pech von der Innenwand. 1 cm Pech kann im Falle eines unkontrollierten Kaminbrandes um das 25zigfache aufgehen und so den Kamin verschliessen. Fachkundig informierte er uns über zusätzliche Details.
In der Zwischenzeit, wurde das TLF bereitgestellt, die hundert Meter Schlauch ausgerollt und in Stellung gebracht. Ein Leiter musste am Haus angelehnt werden, damit wenn es zu einem Brand ausserhalb des Kamins kommt, schnell eingegriffen werden kann.

Peter ruft zur versammelten Mannschaft „so jetzt got’s los“. Die einzelnen Posten wurden bezogen. Kurze Zeit danach konnte das Feuer im Kaminhut beobachtet werden. „Hei häsch gsä, das han i mer nöd denkt, dass es so us gseh chönti“, waren die Kommentare der jungen Offiziere. Der Kaminfeger hat das Pech mit dem Bunsenbrenner angezündet. Beim Durchstossen des Kamin, konnten kleine Pechstücke erkennt werden, mal schossen die Flammen durch den Kamin, mal war dicker dunkler Rauch zu sehen. Die unterstützenden Offiziere trugen die Eimer mit dem verbrannten Pech, welches durch den Besen abgeschabt wurde, aus dem Haus. Vorgängig wurde die KNZ in St. Gallen über das Vorhaben informiert, dass im Falle eines aufmerksamen Nachbarn, nicht ein Alarm ausgelöst wird. Peter Wüst ist sehr konzentriert an der Arbeit, man merkt ihm trotz seiner Routine die Anspannung an. Der Kamin darf nicht zu heiss werden, wenn es zu heiss wird, können Risse im Kamin entstehen. Mittels der Wärmebildkamera wurden stellenweise bis zu 800 Grad gemessen. Peter informierte immer wieder über seine Schritte und gab Erklärungen ab. Mit seinem Spiegel und der Taschenlampe schaute er immer wieder im Kamin nach oben. Das am Anfang harte Pech quoll durch das Feuer auf und hatte eine Konsistenz wie eine Meringue Schale.

Die einzelnen Posten im Innern des Hauses hatten einen Feuerlöscher oder Eimerspritze, den Eimer für das abgeschabte Pech, sowie nasse Tücher dabei. Es musste jeder an seinem Posten seine Lucke im Blicke haben und Veränderungen mitteilen. Immer wieder schossen Flammen aus dem Kamin, es folgte ein dicker dunkler Rauch, welcher mit der Zeit heller wurde und fast nicht mehr erkennbar war.

Nach dem zweistündigen Einsatz, Peter informiert uns über das Resultat seiner Arbeit. Er sei sehr zufrieden, wobei er aufhören musste, damit er keine Schäden am Kamin verursachte. „Häsch gsä, jetzt isch es weg“, waren die Kommentare der Feuerwehrleute. Für uns war der Einsatz sehr Interessant und als Peter dann noch aus seiner Lehrzeit erzählte, als er noch in die Kamine steigen musste um sie zu säubern, dacht manch einer an die schwarzen Brüder, die Kaminfeger Burschen aus Italien auch „Spazzacamini“ genannt.

An dieser Stelle ein Dank dem Hausbesitzer für den Züni und den Kaffee. Natrürlich auch an Peter für seine Arbeit. Am Abend fuhr Peter und der Pikettchef erneut zum Objekt, um die Arbeit zu kontrollieren. Wenn ein Kamin ausgebrannt werden muss, wird dies in den Morgenstunden gemacht und am späteren Nachmittag kontrolliert.

Text und Fotos M.Scheiwiller

Samstag, 25. Januar 2014